„Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin“ – Kommentar

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Im Unterricht Wirtschaft/Recht/Technik übernehme ich seit Jahren den betriebswirtschaftlich- theoretischen Teil, vermittle Grundkenntnisse, um den Weg in die wirtschaftliche Sphäre und eventuelle Selbstständigkeit vorzubereiten.
Die Lehrbücher drücken den momentanen Zeitgeist nur bedingt aus, Zeitungen sind nicht immer das Sprachrohr des Unternehmertums, das vorgestellte Buch dagegen erscheint mir als hervorragende Fundgrube für die Vertiefung des Lehrstoffes.Frau Marion Schneider überließ mir bereits vor Wochen ein Exemplar, in das ich mich vertiefen konnte.
Für Kenner der Materie ist es sowohl im ersten als auch im zweiten Teil äußerst interessant, ja sogar spannend.

Sachlich und objektiv werden Zahlen, Fakten, Statistiken wissenschaftlich neutral und vor historischem Hintergrund beleuchtet,
Vergleiche zu anderen Staaten Europas und weltweit gezogen, und all das in einem Sprachstil, den man lesen und akzeptieren kann.
Genau das ist der Punkt, den ich in der Schulklasse finden muss, um nicht über die Köpfe hinweg zu reden.

Persönlich aufbereiten werde ich die Texte in den Klassenstufen 9 und 10 für das Fach W-R-T.
Frau Schneiders Ausführungen zur Rolle der Unternehmen im Staat (S.217) werden wohl zum Einstieg in das betriebswirtschaftliche Thema werden, gekoppelt mit den Meinungen von Beetz / Lademann über die Ausbildungssituation (S.226) ergibt sich ein ethisches Gesamtbild.

Da wir gerade dabei sind, an unserer Schule eine Schülerfirma zu gründen, sind Begriffe wie Marketing, Erfolg und Gewinnstreben von Bernhard Helbing (S.197) sehr gut dargestellt. Sein „Traum eines Mittelständlers“ ist für Schüler sicherlich ein Schock, aber ein guter Aufhänger für das in der 10.Klasse zu vermittelnde Soziale Netz.

Deutschland braucht Reformen. Gern werde ich auf dem „Toten Pferd“ (S.200) herumreiten, mit Schülern jedoch Kurzstrecken vorziehen wegen der zu erwartenden
Übermüdungserscheinungen. Ein paar Impulse davon werden bestimmt ausreichen, um die Thematik zu begreifen.

Das an sich immer trockene Thema Steuerrecht bekommt Farbe mit dem Artikel „Steuern steuern“ (ab S.127). Die bildhafte Sprache (z.B. der „Räuber“) werde ich nutzen, um das Thema in Form einer Karikatur aufzubereiten.

Viel anschauliches Wissen rankt sich um die „Soziale Marktwirtschaft“ an sich, Stabilitätspolitik, gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht, Sozialbudget, Probleme bei den Sozialversicherungen (ab S.59). Hier verlangt es das pädagogische Geschick, Textpassagen gut auszuwählen. Es lohnt sich!
Letztere Thematik ist bereits fachübergreifend mit Sozialkunde zu sehen.

Auch das Fach Geschichte kann partizipieren. Wunderschön geschrieben und erläutert wurde die Geschichte Venedigs (S.99), Marco Polo bietet sich fachübergreifend zu Deutsch förmlich an. Und der Einleitungstext (S.17-23) ist Wirtschaftsgeschichte pur.

„Schule – Wirtschaft“ sollte nicht nur ein Schlagwort sein; vieles wird getan, vieles wird ermöglicht, in meinen Augen gehört ein gutes Buch immer dazu.
Wenn man einer der Autoren im zweiten Teil dann auch noch persönlich kennt und bereits in die Schule als Unterrichtsbegleiterin und Referentin eingeladen hatte, ist die Glaubwürdigkeit gegeben. Genau so akzeptiert werden gewiss auch die anderen Autoren, denn sie sind interessant von ihrem Werdegang her und vorstellbar, was ihr berufliches Umfeld betrifft.

Es waren nur einige Gedanken, die ich zu Papier gebracht habe. Das Buch wird eine enorme Bereicherung sein und den Schülern auch den wortwörtlichen Sinn von Politik nahe bringen, den Sinn für Verantwortung für das Tun und Lassen bzw. Nichtlassen.

Gerda Opolka (Lehrerin an der RS Bad Sulza)
 

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